Bevor Jim Ward, Paul Hinojos und Tony Hajjar mit Ihrer neuen Band Sparta und den Alben „Porcelain“ und „Threes“ die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich zogen und bevor Cedric Bixler-Zavala und Omar Rodriguez-Lopez mit The Mars Volta hartgesottene Rockfans aufwühlten und Ihnen den Kopf verdrehten, stand an Stelle dieser beiden hervorragenden Bands At The Drive-In.

Diese Band um die fünf Ausnahmemusiker hatte schon mit „In Casino Out“ gezeigt wozu Sie imstande war. Den Zenit Ihres Erfolges sollte Sie jedoch mit dem herausragenden „Relationship Of Command“ erreichen. 11 Tracks (erstes Release) welche die Welt des Post-Hardcore aus den Angeln hoben. Attitüde, Unzufriedenheit und Entschlossenheit gepaart mit harter, ehrlicher, innovativer Rockmusik. Nichts wirkt hier inszeniert oder gestellt. Jedes Riff, jeder Break, jeder Effekt wirken auf den Gehörgang wie das Trojanische Pferd auf dem Cover. Jede Zeile, jeder Schrei und jedes gehauchte Gefühl aus dem Mund von Cedric Bixler-Zavala hinterlassen auch noch nach Jahren dieselbe Gänsehaut wie beim ersten Durchlauf. Ob die überschwängliche Energie von „One Armed Scissor“, der aufwühlende Kontrollverlust bei „Arc Arsenal“ oder die verstörende Anklage von „Invalid Litter Dept.“. Jeder einzelne Song dieser Platte ist ein Meisterwerk für sich.

Produziert wurde diese Platte durch keinen geringeren als Ross Robinson, der sogar den altehrwürdigen Iggy Pop davon überzeugen konnte dem Anfangspart von „Enfilade“ und dem Hintergrundgesang von „Rolodex Propaganda“  seine prägnante Stimme zu leihen. Ein knappes halbes Jahr nach der Veröffentlichung von „Relationship Of Command“ trennten sich At The Drive In aufgrund von künstlerischen Differenzen. Manche vermissen Sie noch heute.

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Danko Jones aus Kanada liefern mit “Below the belt” ihren sechsten Longplayer ab. Schon der Opener “I think bad thoughts” überzeugt mich beim ersten Hörgang so dermaßen, dass ich diesen Song zunächst dreimal hintereinander anhöre bevor ich zum nächsten übergehe. Knackiger, ohrwurmfähiger Powerpop gepaart mit Metalriffs der Marke Danko Jones erwarten mich beim Durchhören des Albums. Da ist es auch völlig egal, dass die Texte nicht besonders tiefgehend sind. Machozeilen übers Frauen aufreißen, Sex etc. dominieren die textlichen Ergüsse von “Below the belt”. “Wir sind eine Rock’n'Roll-Band. Wir reden nicht davon die Welt zu retten, oder politische oder soziale Probleme zu bewältigen“, sagt der Frontmann selbst über seine Band. Und mal ehrlich, einen Danko Jones der sich über globale Erwärmung und Waldrodung auslässt, könnte man sich beim besten Willen nicht vorstellen. Das Coverartwork übermittelt die Message von “Below The Belt”. Eine leicht bekleidete Blondine rechts, links ein brüllender Löwe, in der Mitte Danko Jones, der über Allem stehende König.

Zurück zur Musik – Songs wie “Had Enough”, “I Can’t Handle Moderation”, “Tonight Is Fine”, oder das durch das Schlagzeugspiel auffallende “Full of Regret” sind einfach nur cool und rocken ohne Ende. Zudem ist das Album fett produziert und dabei ehrlich. Während den Solos hört man demnach nie eine zweite Rhythmusgitarre was der Besetzung gerecht wird. Danko Jones liefern mit “Below The Belt” ein klasse Album ab. Auf der anstehenden Tour kann man sich davon überzeugen lassen.

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So muss es sich anhören wenn tollwütige Zeke auf angepisste Turbonegro treffen. „Live The Storm“ ist Disfear’s apokalyptischer Abgesang auf eine verrohte Gesellschaft. Converge’s Kurt Ballou produzierte diesen D-Beat Wutanfall und gab der Band den zugleich fiesen und kompromisslosen Sound, der ganz und gar davon überzeugt, wie ernst es Disfear mit diesem Album meinen.

Keine Kompromisse. Keine Zugeständnisse. Keine Gnade. Disfear halten der Gesellschaft unverblümt den Spiegel vor. „Born out of nightmares; Denial, apathy and stress. You say we are the future; Yeah, whatever will be left. A generation wasted; Cynical and bored to death”. Jede Sekunde ein weiterer Tropfen Schwefelsäure auf blankliegende Nerven. Ein aufreibender Höllenritt, der in das überbordende siebenminütige Finale „Phantom“ mündet, dass keinen Platz mehr für Spekulationen offen lässt. Geschaffen von einer Band, die dem “Status Q” ins Gesicht spuckt und einem Tomas Lindberg der am Mikro Gift und Galle speit.

„Live The Storm“ liefert keine Änderungsvorschläge, keine Hilfestellungen. Eine Platte die schockt, aus der Lethargie wachrüttelt, zum Umdenken animiert. Und es wird auch verdammt nochmal Zeit.

Share written by: Andi Stoner

Nach dem Intro „Ode To Isis“ ist der Schritt zurück bereits unmöglich geworden. Ein Schrei der durch Mark und Bein fährt beendet die opulente Einführung und leitet direkt zu dem kompromisslos stampfenden Opener „Will You Smile Again For Me“, der einem unmissverständlich klar macht, was einen die nächsten 50 Minuten erwartet. …And You Will Know Us By The Trail Of Dead geben dem Rock den Bombast zurück! Ein Artwork das viel erwarten lässt und ein Plattentitel der nicht zu viel verspricht.

Ehrfürchtig verneige ich mich vor Conrad Keely, Jason Reece und Kevin Allen. Was Sie mit „Worlds Apart“ losgetreten haben ist mit Worten nur schwer zu beschreiben. Man muss es selbst erlebt haben, um die Tragweite dieser Platte verstehen zu können. Der Pomp, der Prunk, der unvergleichliche Glanz. Alles im Überfluss aber zu keiner Sekunde peinlich oder überladen. „Worlds Apart“ reißt Mauern ein, setzt alles in Brand und lässt keinen Stein auf dem anderen, nur um im nächsten Moment wieder versöhnlich zu werden. Zwei Drummer die nahezu jedes Stück gnadenlos nach vorne Peitschen, Gitarren die im einen Moment noch charmant klingen, nur um kurze Zeit später in ein Inferno auszubrechen und Gesang der Höhenflüge beschreitet und treffender nicht sein könnte. Jubelnde Kinder werden mit einem „Hey! Fuck you, man!“ begrüßt, ein Vogelschrei gellt durch einen Song, eine Frau die verzweifelt weint und klagt wird von einem Kinderchor begleitet. Das Trio experimentierte für diese Scheibe scheinbar mit allen Instrumenten, die Sie in die Finger bekommen haben. Zeilen wie „Well I know how the best will fall and the rest will follow” oder “We’re so fucked up these days, we don’t know who to hate and who to praise” sind nur zwei Beispiele für ein Songwriting dass Seinesgleichen sucht. Dieser Platte mangelt es an nichts.

Eine Platte die einem erst nach mehreren Durchläufen Ihre komplette Kraft und Dynamik offenbart. Eine Platte die ohne Hits auskommt, aber als Gesamtkunstwerk unschlagbar ist. Eine Platte die anstrengt und aufreibt. Eine Platte die uns zu zeigt, was dem Rock in all den Jahren zuvor gefehlt hat. Eine Platte für die Ewigkeit.

Share written by: Andi Stoner
27
Sep

Als ich gesehen habe, dass Weezer schon wieder einen neuen Silberling hervorgebracht haben, erwartete ich – angesichts der Frequenz mit welcher die beiden letzten Weezer Alben veröffentlicht wurden – nichts wirklich Gutes. Auch das Album-Cover – welches den etwas fülligen Schauspieler Jorge Garcia im grinsenden Profil zeigt, und Titel ‘Hurley’ ließen erstmal darauf schließen, dass der Inhalt für mich als Fan der früheren Alben (namentlich Weezer [Blau] und Pinkerton) alles andere als zufriedenstellend sein würde. Doch weit gefehlt! Ich bin wahrlich begeistert, denn Weezer haben es tatsächlich geschafft nach rund 14 Jahren ein Album herauszubringen, dass auch nach dem dritten Hören nicht weh tut, sondern ganz im Gegenteil jedes weiter Mal ein wenig dazu gewinnt. Insgesamt spiegelt das Album Cover dann doch den Inhalt der CD wieder. Dick produziert, fetter Sound, Songs und Melodien die einem Anlaß zum grinsen geben.

Share written by: Björn Bauer

Wenn man in den Semesterferien um 5 Uhr morgens zur Frühschicht an der CNC Maschine steht und sich darauf vorbereitet wieder 8 Stunden völlig monoton kleine Metallteilchen herzustellen, braucht man unbedingt Musik auf den Ohren, die einem zeigt, dass das Leben gar nicht so schlimm und eintönig ist, wie es einem in diesen Momenten immer wieder vorkommt.
Genau das passierte als ich mich an einem Sommermorgen zum ersten mal an die Felice Brothers heranwagte. Was hört man da? Folk. Der Sänger klingt wie Bob Dylan. Neu erfunden wird da gar nichts. Dennoch lösen die Brüder irgendetwas in mir aus. Beim hören stellte ich mir die Band immer wieder vor, wie sie die Songs gerade spielt. Wie alle Mitglieder bei den Refrains lautstark mitsingen. Man hört den Spaß und die Leidenschaft der jungen Männer in jedem Ton. Beim ersten Durchgang hatte ich gleich vier Lieblingssongs. Doch jedem Durchlauf fielen mir weitere Kleinigkeiten auf. Ich hab sie immer und immer wieder angehört. Mir gefiel die Vorstellung, dass hier drei Brüder gemeinsam ihrer Leidenschaft nachgingen, die anfangs nur Straßenmusik gemacht haben…..und plötzlich ist der Tag vorbei. Man fragt sich was man die letzten 8 Stunden eigentlich gemacht hat. Ja, diese Platte hat mir diesen Sommer so manchen Tag gerettet!

http://www.myspace.com/thefelicebrothers

Share written by: Christian Stumfol

Royal Republic aus Schweden servieren ein frisches und derart unbekümmertes Rock-Album, das vor Energie nur so sprüht. Eine Artverwandtschaft mit The Hives oder den Backyard Babies ist den Jungs anzuhören. Stilelemente aus Punk, Brit-Pop und Hard Rock werden hier zu einer einzigartigen Mixtur vereint. Das Ganze klingt frech, professionell und verdammt cool. Vom Hi-Energy-Rock a la „The Royal“ bis zum Disco-Stampfer „Full Steam Space Machine“. Hier wird gerockt vom ersten bis zum letzten Takt.

Share written by: pete

The Parlotones aus Südafrika sind in ihrer Heimat bereits absolute Topstars. Mit “Stardust Galaxies” haben sie nun ein herausragendes Rockalbum am Start, welches auch hierzulande einschlagen sollte wie eine Bombe. Eine Band mit Gespür für Stimmungen, die einen Song sowohl vor sich hertreiben als auch gefühlvoll untermauern kann. Sänger und Kopf der Band Kahn Morbee schafft es mit seinem theatralisch, gefühlvollen Stil, den Songs eine ganz eigene Note zu verpassen. Songs wie “Life design” , “Push me to the floor” oder die mit Streichern untermalte Ballade “Stardust Galaxies” sind es allemal Wert diese Platte sein Eigen zu machen. Wer auf hymnische Rockmusik mit viel Mitsingcharakter steht, kommt mit “Stardust Galaxies” voll auf seine Kosten.

Share written by: pete
23
Aug
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Glam Rock ist wieder modern. Nach den glorreichen Zeiten der 80er sind Bands wie Mötley Crüe wieder angesagter denn je. Kein Wunder das sich manch glitternde Hard Rock-Band jener Zeit an einem Comeback versucht. Die Resultate waren allerdings bestenfalls als durchschnittlich zu bezeichnen. Nun haben also auch Ratt mit “Infestation” einen neuen Longplayer am Start und – ich bin begeistert. Die Jungs um Sänger Stephen Pearcy und Gitarrist Warren DeMartini haben es auf Infestation geschafft, die Stimmung der damaligen Zeit anzufangen und diese auch in ihre Songs einfließen zu lassen. Pearcy überrascht mit einer Power, als wäre der Typ eher jünger als älter geworden und die Rhythmussektion knallt ordentlich, was mitunter auch an der fetten Produktion liegt. Glamrock und metallische Härte treffen hier aufeinander und es rockt wie bei kaum einer anderen Band dieses Genres.

Share written by: pete
23
Aug

Das neue Album der Broilers trägt den Namen “Vanitas” und bedeutet so viel wie “Es ist alles nichtig”. Die Band macht einen weiteren Schritt nach vorne. Die Broilers sind mutiger geworden, sie sind experimenteller geworden, stehen mit “Vanitas” musikalisch zwischen Punk, Reggae, Soul und Rockabilly. Jeder Song ist anders, traut sich etwas anderes, ohne aber ganz ihren Stil und all die Dinge, die die Band seit Jahren ausmacht, abzulegen. Der Hauptkern der die Broilers musikalisch beschreibt ist dennoch schlicht und einfach als Punkrock zu bezeichnen. Mit “Ruby Light and dark” oder dem klavierbetonten “Meine Sache” hat man Hits im Gepäck, die einem nicht mehr aus dem Gehörgang wollen. 19 Songs und mehr als 70 Minuten Laufzeit werden den Zuhörer erfreuen.

Share written by: pete